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Fotosession

Ihr lieben Leute,

Püppi und ich, wir haben uns so langsam von dem Schock erholt. Dieses Erlebnis hat mir wieder klar gemacht, warum ich meine kostbaren Tage eigentlich meistens allein verbringe. Immerhin, es hatte auch etwas Gutes. Mein kleines Prinzesschen sieht nach der Sonderschockbehandlung besser aus denn je. Sie war ja schon immer süß, aber jetzt würde ich am liebsten an den bekanntesten Promenaden der Welt entlangflanieren, um allen zu zeigen, was für ein hübsches Püppchen ich habe. Da komme ich natürlich alleine nicht hin, einen Führerschein habe ich nie gemacht und alleine zu verreisen kommt für mich ja bekanntlich nicht in Frage. Wie sähe das denn aus?! So muss ich mich halt zu Hause damit begnügen, Püppi zu bewundern. Ich habe mir dafür extra eine Hundekamera zugelegt. Ein Schnäppchen für nur 120, statt der üblichen 200 Euro. Meine Spürnase treibt halt die besten Dinge auf.

Nun kann ich Tage damit zubringen, ihre süßen Zöpfchen im Bild einzufangen, die pink lackierten Krallen, die kleine Föhnwelle auf dem Rücken und dazu das neue Cape von Gucci, das ihre Fellfarbe (fast nicht nachgeholfen!) besonders gut zur Geltung bringt. Sie liebt die Kamera, das kann ich sehen! Selbst vor ihrem Fressnäpfchen schlägt sie noch ihre braunen Augen auf, um in die Linse zu gucken. Ich habe vor, eine ganze Fotostrecke von ihr zu entwickeln. Vielleicht kann man Poster, Porträts und ganze Fotogeschichten über dieses luxuriöse Hundeleben machen und sie an die Wohnzimmerwand hängen. Mein Mann wird Augen machen! Der weiß bestimmt noch garnicht, dass diese künstlerische Ader in mir steckt. Ich bin selbst begeistert von mir. Wenn ich es nötig hätte, könnte ich mit meinem Püppi-modell sogar ganz bestimmt richtig Geld machen. Aber ich teile mein Glück lieber nur mit mir selbst.

27.5.11 10:45


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Kulturschock

Wunderschöne Sonnengrüße!

Das mit der Hundeschule hab ich mir ganz schnell wieder anders überlegt! Ich bin dort hin, mit den besten Absätzen, die meine Schuhsammlung zu bieten hat, der Nerzmantel leicht über die Schultern geworfen und die Haare frisch gefärbt. Meiner kleinen Püppi hab ich natürlich auch ein schönes Jäckchen angezogen, die war schon ganz aufgeregt, denn ich hatte ihr natürlich schon Tage vorher erzählt, wo es für sie hingehen sollte. Ich dachte, ich könnte mich endlich wieder auf etwas freuen und würde auf Menschen, treffen, denen ihre kleinen Lieblinge genauso am Herzen liegen, wie mir meine Püppi. Aber was habe ich da nur erwartet? Nein, es war ein furchtbarer Anblick. Bekanntlich habe ich keine Kinder und war deshalb so nervös, mein Hundchen dort hinzubringen wie andere wohl am Tag der Einschulung ihrer Gören. (Mal abgesehen davon, dass Püppi natürlich eine bessere Figur macht und statt einer Schultüt mit lauter Sachen, die die kleinen Milchzähne zerstörem, ein diamantenbesetztes Halsband trug.)

Doch ich war geschockt. Ja, ich war regelrecht entsetzt! Dort standen lauter Zweiergespanne, bei denen Herrchen oder Frauchen meist noch verlotterter aussahen, als die lauten, ungestümen Ungeheuer neben ihnen, die nicht mal an der Leine waren! Ein großes Getobe und Gebelle ging los, als ich mit meiner Püppi am Zaun des Geländes erschien. Was sollte das sein? Mein Kindchen sollte garziöser, erzogener, kultivierter aus dem Ganzen hervorgehen, doch so ein Durcheinander konnte ich ihr nicht zumuten.

Nachdem ich auf der schlammigen Wiese meine Pumps reif für die Mülltonne gemacht hatte, kehrte ich auf dem Absatz um und trippelte um mein Leben davon. Die verkommenen Menschen und Tiere schauten mir nur blöd hinterher, aber bei dem Anblick bekam ich das dringende Bedürfnis, mich und vor allem meine kleine Püppi zu pflegen. Ich konsultierte übers Handy sofort die Dame meines Vertrauens im Hundesalon.

26.5.11 10:36


Überdruss.

Heute ist mir wieder einmal ganz besonders langweilig. Die Planungen für den Urlaub sind ins Stocken geraten. Es ist nämlich so, dass ich schnell die Lust an Dingen verliere. Ich beschäftige mich nur ungern über einen längeren Zeitraum mit ein und derselben Sache. Und ein längerer Zeitraum fängt bei mir schon ziemlich schnell an. Das können oft auch nur ein bis zwei Tage sein. Das erschwert es mir natürlich, dauerhaft eine sinnvolle Art der Beschäftigung für mich zu finden. Und nicht einmal eine sinnlose Arte der Beschäftigung ist erfolgsversprechend. Erstens fällt mir keine ein, und zweitens würde mich auch da die Langeweile binnen kürzerster Zeit übermannen.

Nächstes Wochenende hat Herbert ein paar seiner Geschäftsfreund zu uns nach Hause zum Abendessen eingeladen. Warum macht er das?! Um mir bildlich vor Augen zu führen, dass er Freunde hat und ich nicht? Um ein Familienidyll zu präsentieren, das es in der Form gar nicht gibt. Wie auch, wenn ich ständig alleine zuhause rumsitze. Natürlich, soll ich alle Speisen selbst zubereiten. Das gehört zur Taktik des geheuchelten Familienidylls. Bulletten werde ich machen. Ja, ich kann auch boshaft sein.

Wo ist eigentlich Püppi? Es ist verdammt ruhig hier im Haus. Manchmal, da hört man stundenlang nichts von dem Tier. Beängstigend ist das. Kein Gebelle, kein Gesabber, nichts. Ob sich Püppi auch einsam fühlt? Ohnehin wollte ich mit dem Tier in eine Hundeschule gehen. Das erscheint mir sinnvoll. Das Tier ist verzogen. Es muss disipliniert werden. Sicher, das könnte ich auch selbst machen. Aber das liegt mir nicht so. Lieber sollen das andere für mich erledigen. Ohnehin erscheint es mir schlicht zu anstrengend.

28.4.11 10:53


Beschäftigung

Ich habe mich durchgesetzt. Im Sommer werden Herbert und ich für eine Woche in den Urlaub fahren. Mehr war nicht drin. Es gebe viel zu tun. Aber immerhin. Das hat gleich zwei positive Effekte für mich: erstens, ich habe im Sommer eine Woche Beschäftigung und komme aus meiner gewohnten Umgebung heraus. Und zweitens, ich habe jetzt schon Beschäftigung, denn so ein Urlaub, der will auch geplant werden. Und da komme ich auf den Plan. Ich werde gebraucht! Ein Reiseziel muss gefunden, ein Hotel gebucht werden. Herbert, dem ist das alles egal. Er steigt in den Flieger ein, und einfach irgendwann und irgendwo wieder aus. Urlaub ist vollkommen überbewertet, sagt er immer. Ich sehe das anders. Aber mir bleibt ja sonst auch nicht viel.


Nur wohin soll die Reise gehen? Eine Woche ist nicht viel Zeit, eine Rundreise scheidet schon mal aus. Auch Asien scheidet aus, einfach nicht genug Zeit. New York, das wäre vielleicht etwas. Lohnt sich das überhaupt für eine Woche? Eine Kreuzfahrt, das könnte unter Umständen auch ganz interessant sein. Aber auch hier, lohnt das für nur eine Woche? Wohin soll man denn da fahren? Mal sehen, ich werde mir Gedanken machen. Und was mache ich eigentlich in der Zeit mit Püppi? Ein Hundehotel erscheint mir passend. Ich habe von diesen Hotels speziell für Hunde schon öfters gehört. Sogar im Fernsehen habe ich schon einmal einen Bericht dazu gesehen. Da gab es Püppi noch gar nicht. Teuer sind diese Hotels, aber das spielt keine Rolle. Schön soll es Püppi haben. Denn sonst habe ich auch keine Lust, zu verreisen. Ich werde Püppi nicht bei irgendwem, irgendwo, ganz alleine zurücklassen. Das kommt nicht in Frage!

22.4.11 20:37


Huhu.

Einen schönen guten Tag wünsche ich euch lieben Lesern. Ich heiße Katja und schreibe diesen Blog, der mein erster ist, aus einem einfachen Grund: mir ist langweilig. Ich habe einfach nichts zu tun. Ich bin 43 Jahre alt, habe mich vor 20 Jahren reich geheiratet und langweile mich seitdem. Damit wisst ihr eigentlich schon alles, was es aus meinem Leben zu erzählen gibt. Große Spannung kommt da sicherlich nicht auf. Mein Mann Herbert ist den ganzen Tag, die ganze Woche, eigentlich das ganze Jahr unterwegs und ich sitze hier. Für die Clubs bin ich zu alt, für die Seniorenrunden zu jung. Sprich, es gibt einfach nichts für mich zu tun. Ich könnte arbeiten gehen, aber wozu? Und da sind wir auch schon beim Problem! Ich habe auch keine Freunde. Woher auch? Wo sollte ich die denn kennen lernen? Auf der Arbeit? Auf welcher Arbeit? Und selbst, wenn ich Freunde hätte, die müssten ja auch alle arbeiten gehen. Zeit hätten sie also auch kaum.

Ja, es ist nicht immer einfach, reich zu sein. Irgendwann, da hat man sich alles gekauft, was man gerne haben möchte. Alle Wünsche haben sich erfüllt. Alle, die mit finanziellen Mittel zu bewirken sind. Was dann noch bleibt, das sind luxuriöse Urlaube. Womit wir wieder beim Problem wären: mit wem?! Ein Teufelskreis! Wenigstens habe ich einen Hund. Den hat mir Herbert letztes Jahr geschenkt. Einen Anlass hat es nicht gegeben. Außer sein schlechtes Gewissen vielleicht. Sein schlechtes Gewissen, dass er mich der Vereinsamung überlässt. Gestern, als ich mit Püppi spazieren war, da habe ich ein Plakat an einem Masten gesehen: Umzug Düsseldorf - Helfer gesucht! Kuchen und Spaß garantiert! Kurz habe ich mit dem Gedanken gespielt, die mobile Nummer zu wählen. Menschen, Kontakte. Verzweiflung. So weit bin ich schon.

10.4.11 16:46





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